INFO

Band 1 – 26€ – arsEdition – HC – auch als eBook erhältlich – 704 Seiten – Romantasy – ISBN: 978-3-8458-6856-1 – ERSTERSCHEINUNG: 26.01.2026 – Übersetzung: Aus dem Englischen von Ina Streich und Sarah Johnsen
Worum geht es?
Medra Pendragon, die letzte Drachenreiterin ihrer Welt, wird an die Bloodwing Academy verschleppt – eine Schule, in der mächtige Vampire regieren und Seuchengeborene wie sie nur Schachfiguren sind. Doch das düstere Schloss birgt noch düsterere Geheimnisse und auch Medra trägt ein gefährliches Erbe in sich, das sie zur Zielscheibe werden lässt. Und dann ist da noch Blake Drakharrow, ein ebenso arroganter wie gutaussehender Vampir. Zwischen tödlichen Wettkämpfen, Verrat und Liebe muss Medra entscheiden, wer sie sein will. Opfer oder Kämpferin …
Warum wollte ich es lesen?
Bei Drachen und Vampiren kann ich einfach nicht widerstehen. Diese Kombination klang einfach viel zu gut.
Wie war es?
Cover:
Das Cover der deutschen Ausgabe ist echt schön geworden!
Schreibstil:
Der Schreibstil von Briar Boleyn fiel mir stellenweise schwer. Er wirkte auf mich oft sehr einfach gehalten und manchmal sogar etwas unreif, vor allem in den Dialogen. Diese waren häufig oberflächlich und wenig natürlich, was es mir erschwert hat, emotional wirklich in die Geschichte einzutauchen.
Meine Meinung:
Der Anfang hat mich wirklich gepackt. Die ersten Kapitel waren stark und spannend. Die düstere Stimmung, die Vampire und das geheimnisvolle Setting haben gut zueinander gepasst.
Dann kam leider der große Durchhänger. Nach diesem starken Start passierte gefühlt ewig nichts mehr. Plötzlich landen wir in einem Academy-Setting, das ziemlich aus dem Nichts kam. Medra wird zur Bloodwing Academy geschickt, und ich saß da und dachte: “Moment, wie sind wir hier gelandet?” Den Übergang fand ich sehr holprig und hat den Schwung komplett rausgenommen. Es gab viele Schulszenen, Unterricht, Weltenbau-Infodumps, aber wenig echte Handlung. Einiges fand ich auch echt interessant, aber bei 704 Seiten ist das schon eine Geduldsprobe.
Was mich besonders gestört hat, sind die vielen offenen Handlungsstränge, die nirgendwohin führen. Das brennende Dorf am Anfang? Wird nie aufgeklärt. Warum Blake mit einer Armee unterwegs war? Keine Ahnung. Wie und warum Medra überhaupt in diese Welt kam? Bleibt nebulös. Es gab so viele Plotpunkte, die angerissen und dann einfach fallen gelassen wurden. Es wird ständig von einem Thema zum nächsten gesprungen, ohne Dinge richtig zu Ende zu bringen. Man merkt, dass vieles wohl in den Folgebänden aufgelöst werden soll, aber hier hätte ich mir mehr Antworten gewünscht.
Medra als Protagonistin konnte mich leider nicht überzeugen. Sie wirkte auf mich oft kindisch und trotzig. Und zwar nicht auf eine sympathische Art. Klar, sie ist in einer schrecklichen Situation gefangen und wird unterdrückt, aber ihr ständiger Widerstand wirkte auf mich mehr unreif als mutig. Sie handelt oft rücksichtslos und ignorant, obwohl sie weiß, dass sie nicht unbesiegbar ist. Und sie akzeptiert ihr Schicksal viel zu schnell. Am Anfang gibt es kurz Widerstand, aber dann fügt sie sich ziemlich problemlos in ihr neues Leben ein, ohne wirklich zu versuchen, nach Hause zu kommen oder mehr über ihre Situation herauszufinden. Ihre Backstory bleibt komplett im Dunkeln. Wir erfahren kaum etwas über ihr Leben in Camelot oder wie sie gestorben ist.
Blake war… okay? Er sollte wohl der morally grey, gefährliche Vampirprinz sein, aber für mich kam er oft einfach nur wankelmütig und inkonsequent rüber. Mal ist er eiskalt, dann wieder fürsorglich, dann wieder ein kompletter Mistkerl. Seine Entwicklung war mir zu sprunghaft. Und ehrlich gesagt hatte ich manchmal das Gefühl, dass andere Charaktere mächtiger wirkten als er, obwohl er ja dieser große, gefürchtete Prinz sein soll. Gegen Ende macht er dann etwas, das komplett gegen seine bisherige Charakterentwicklung geht und wir sind zurück auf Null.
Die Nebencharaktere blieben leider sehr eindimensional. Regan ist die eifersüchtige, gemeine Konkurrentin und das ist buchstäblich ihre gesamte Persönlichkeit. Florence ist die nette, unterstützende Freundin. Mehr Tiefe gibt es nicht wirklich. Das ist schade, denn in so einer komplexen Fantasy-Welt hätte ich mir mehr Nuancen gewünscht.
Aber dann kam das Ende. Leider war es für mich sehr vorhersehbar. Ich hatte schon früh geahnt, wie es ausgehen würde, und wurde nicht überrascht. Und dann der Spice. Ehrlich gesagt hat mich das am Ende ein bisschen rausgerissen. Es kam für mich zu plötzlich und hat irgendwie nicht zur bisherigen Dynamik gepasst. Die beiden gehen von null auf hundert.
Abschließend:
On Wings of Blood hatte so viel Potenzial, konnte mich aber leider nicht vollständig überzeugen. Die Charaktere blieben für mich zu flach, der Plot zu sprunghaft, und zu viele Fragen ungeklärt. Das vorhersehbare Ende und der etwas unpassende Spice haben es für mich nicht besser gemacht.
Vielen lieben Dank an NetGalley und arsEdition für das Rezensionsexemplar!
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