INFO

Einzelband – 18€ – KYSS – PB – auch als eBook erhältlich – 400 Seiten – Romantasy – ISBN: 9783499018084 – ERSTERSCHEINUNG: 14.08.2026 – Übersetzung: Von Angela Koonen
Worum geht es?
Seit 150 Jahren herrscht eine erbitterte Fehde zwischen den Hexenfamilien Montparsson und Landeville. Sie geben sich gegenseitig die Schuld daran, dass die Quelle ihrer Magie versiegte. Inzwischen sind nur noch ein paar Tropfen übrig und die Familien dem Tod geweiht.
Trotz des tiefen Misstrauens müssen sich Iris Montparsson und August Landeville daher zusammentun, um die gefährliche Reise zum Gallows House anzutreten, wo sie Zuflucht bei der Obersten ihrer Zunft erbitten wollen. Denn allein werden sie die tödlichen Wälder niemals überleben. Doch können sie sich vertrauen, wenn es um Leben oder Tod geht? Oder um das eigene verräterische Herz?
Warum wollte ich es lesen?
Eine Hexen-Romantasy, die mit düsterer Herbststimmung wirbt, klang für mich nach genau dem richtigen Buch für die dunkle Jahreszeit. Ich war gespannt auf die verfeindeten Familien und die gefährliche Reise zum Gallows House.
Wie war es?
Cover:
Das Cover finde ich ganz schön. Ehrlich gesagt habe ich aber den Eindruck, dass es für den deutschen Markt stark angepasst wurde. Das englische Original mit dem Titel The Ash Trials passt für mich deutlich besser zum Buch.
Schreibstil:
Der Schreibstil liest sich flüssig und angenehm. Ich bin von praktisch durch das Buch geflogen. Erzählt wird aus Iris’ Sicht, wodurch ich schnell einen Zugang zu ihr gefunden habe.
Meine Meinung:
Die Grundidee hat mir richtig gut gefallen. Zwei Hexenfamilien, deren gemeinsame Magiequelle versiegt ist, geben sich gegenseitig die Schuld und sind langsam dem Tod geweiht. Dazu die gefährliche Reise zum Gallows House.
Auch die düstere Atmosphäre mochte ich sehr. Das Herrenhaus und die tödlichen Wälder geben dem Buch etwas Unheimliches, und diese bedrohliche Stimmung zieht sich durch die ganze Geschichte.
Iris fand ich als Hauptfigur spannend. Sie ist nicht einfach nur die klassische Heldin, sondern hat durchaus Ecken und Kanten, und ich bin ihr gern durch die Geschichte gefolgt. Positiv fand ich außerdem, dass der Roman ohne Spice auskommt. Dadurch bleibt der Fokus ganz auf der Handlung und den Figuren, und ich lese eine Romantasy auch gern mal ganz ohne explizite Szenen.
So gut mir Idee, Stimmung und Iris gefallen haben, so sehr hat mich an anderer Stelle gestört, dass sehr viel angerissen und dann nicht richtig zu Ende gebracht wird. Es passiert unheimlich viel auf den knapp 400 Seiten, und dadurch bleibt einiges an der Oberfläche, wo ich mir mehr Tiefe gewünscht hätte.
Am deutlichsten fällt das für mich beim Magiesystem auf, das insgesamt viel zu kurz kommt. Die versiegende Quelle ist eigentlich der Kern der ganzen Geschichte, trotzdem habe ich nie richtig verstanden, wie die Magie funktioniert und nach welchen Regeln sie wirkt. Da hätte ich mir viel mehr gewünscht.
Ähnlich ging es mir mit dem Gallows House und den Prüfungen. Beides hätte deutlich mehr Raum gebraucht. Ich hätte gerne viel mehr über das Haus selbst erfahren und darüber, was dort eigentlich alles passiert. So blieb für mich ein spannender Ort größtenteils ungenutzt.
Dazu kommt, dass das Ende auf mich gehetzt wirkt, weil zum Schluss zu viele Fäden auf einmal zusammenlaufen müssen. Für mich wäre das Ganze als Dilogie die bessere Wahl gewesen. Dann hätten die Magie, das Haus, die Prüfungen und auch die Beziehung zwischen Iris und August den Platz bekommen, den sie gebraucht hätten. Als Einzelband war mir einfach zu viel auf einmal hineingepackt.
Und dann ist da noch der Punkt, auf den ich mich am meisten gefreut hatte: die Herbststimmung. Die habe ich leider kaum gespürt. Düster ist das Buch auf jeden Fall, aber die herbstlichen Vibes, die der Klappentext verspricht, kamen bei mir nicht an.
Abschließend:
Für mich ist Death of a Witch ein Buch mit vielen guten Ansätzen, das sein Potenzial aber nicht ganz ausschöpft. Die Grundidee und die düstere Atmosphäre haben mir gefallen, das knappe Magiesystem und das gehetzte Ende weniger.
Vielen lieben Dank an NetGalley und den KYSS Verlag für das Rezensionsexemplar!
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