INFO

Band 2 – 25€ – dtv – HC – auch als eBook erhältlich – 720 Seiten – Romantasy – ISBN: 978-3-423-28508-7 – ERSTERSCHEINUNG: 12.12.2024 – Übersetzung: Julia Schwenk
Worum geht es?
Lyra hätte es eigentlich besser wissen sollen, als sie sich mit Gottheiten auf Wortgefechte eingelassen hat. Oder sich in den König der Unterwelt verliebt hat. Und trotzdem findet sie sich im Tartaros in einem göttlichen Todesmatch wieder, bei dem sie der verfluchte sterbliche Preis ist und gegen Monster antreten muss, die all ihre vorherigen Gegner barmherzig wirken lassen. Der Tartaros ist das Gefängnis der Titanen, die nach Jahrhunderten in Gefangenschaft auf Rache sinnen. Sie muss sich befreien, ohne die Titanen entkommen zu lassen und bevor Hades jede Regel bricht, die die Gottheiten je geschrieben haben. Denn um Lyra zu retten, würde der Gott der Toten die Welt in Schutt und Asche legen.
Warum wollte ich es lesen?
Band 1 hat mich zwar mit gemischten Gefühlen zurück gelassen, aber ich wollte trotzdem wissen wie es weitergeht.
Wie war es?
Cover:
Das Cover ist auch wieder ein absoluter Hingucker *.*
Schreibstil:
Abigail Owen hat es auch in diesem Band wieder geschafft, mit ihrem bildhaften Schreibstil eine faszinierende Welt voller Götter, Titanen und tödlicher Herausforderungen zu erschaffen. Die Autorin versteht es, Emotionen und Dramatik groß aufzuziehen, sodass man sich stellenweise wirklich mitten im Geschehen fühlt. Trotzdem hatte ich diesmal das Gefühl, dass die Handlung durch die vielen Zeitsprünge und Perspektivwechsel manchmal unnötig verkompliziert wurde und der rote Faden etwas verloren ging.
Meine Meinung:
Ich habe The Games Gods Play wirklich geliebt und war entsprechend gespannt auf die Fortsetzung. Die Mischung aus moderner Fantasy, griechischer Mythologie und New Adult Romance hat mich im ersten Band total abgeholt. Umso enttäuschter war ich, dass The Things Gods Break für mich nicht an die Faszination des Auftakts anknüpfen konnte.
Der Einstieg fiel mir schon schwer, weil man direkt wieder in eine Flut von Göttern, Titanen und neuen Namen geworfen wird, ohne große Einführung. Die Handlung setzt quasi nahtlos an, aber ich musste mich erst mal sortieren, wer überhaupt wer ist und wie alles zusammenhängt. Das hat es mir nicht leicht gemacht, wieder in die Geschichte einzutauchen.
Was mich am meisten gestört hat, war die Wiederholung des „Trials“-Prinzips. Nach den Prüfungen im ersten Band gibt es jetzt die „Schlösser“. Im Grunde wieder eine Aneinanderreihung von Herausforderungen, die Lyra bestehen muss, um aus dem Tartaros zu entkommen. Das fühlte sich schnell wie ein Déjà-vu an und hat die Handlung für mich unnötig in die Länge gezogen. Die Spannung, die die Prüfungen im ersten Band noch hatten, ist hier leider verloren gegangen.
Der große neue Kniff in diesem Band ist das Thema Zeitreisen. An sich eine spannende Idee, aber die Umsetzung hat mich eher verwirrt als begeistert. Die Zeitsprünge waren teilweise so chaotisch, dass ich irgendwann nicht mehr wusste, was jetzt eigentlich zählt und was nicht. Die Logik dahinter blieb für mich zu vage, und die emotionale Wirkung der einzelnen Szenen verpuffte dadurch oft. Wenn man nicht zu viel nachdenkt und sich einfach treiben lässt, kann man zwar Spaß an den wilden Wendungen haben. Aber für mich war es einfach zu viel des Guten.
Die Charaktere sind nach wie vor ein Highlight, auch wenn ich diesmal mit Lyra ein bisschen gehadert habe. Nach all der Entwicklung im ersten Band fällt sie hier wieder in alte Muster zurück, zweifelt an sich selbst und wirkt oft verloren. Hades, der im ersten Teil so präsent war, bleibt diesmal eher im Hintergrund, was ich sehr schade fand. Die Chemie zwischen den beiden, die für mich das Herzstück der Reihe war, kommt dadurch viel zu kurz. Dafür bekommen die Titanen mehr Raum, was ich grundsätzlich spannend fand. Vor allem Kronos hat mich überrascht und berührt. Die Dynamik zwischen Lyra und den Titanen war für mich einer der wenigen Lichtblicke.
Was mir gefallen hat, war das Worldbuilding. Abigail Owen erweitert das mythologische Universum um weitere Pantheons und verwebt die alten Sagen mit modernen Elementen. Auch die Themen Verlust, Trauer und das Ringen um Wahrheit und Identität werden sensibel aufgegriffen.
Trotzdem: Die Handlung ist für meinen Geschmack zu überladen, die Zeitsprünge zu verwirrend und die Prüfungen zu repetitiv. Die emotionale Tiefe, die ich im ersten Band so geliebt habe, ist hier leider oft im Chaos der Handlung untergegangen. Der Cliffhanger am Ende hat mich eher genervt als neugierig gemacht.
Abschließend:
The Things Gods Break – Schattenverführt konnte mich leider nicht so packen wie der erste Band. Die Wiederholung der Prüfungen, das überladene Plot-Konstrukt und die verwirrenden Zeitsprünge haben mir den Lesespaß ziemlich genommen. Auch wenn das Worldbuilding und einzelne Charaktere überzeugen konnten, hat mir insgesamt die Magie gefehlt, die mich beim Auftakt so begeistert hat. Für mich ist hier leider Schluss. Ich werde die Reihe nicht weiterlesen.
Vielen lieben Dank an NetGalley und dem dtv Verlag für das Rezensionsexemplar!
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